Über Berg

Berg ist eine Gemeinde im oberbayrischen Landkreis Starnberg und liegt am Ostufer des Starnberger Sees.
Bundesland
Bayern
Regierungsbezirk
Oberbayern
Landkreis
Starnberg
Höhe 639 Meter über NN
Fläche 36,63 km²
Einwohner 8.156 (31. Dezember2010)
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Geschichte des Ortes

Berg am Starnberger See
Der Ort wurde 822 erstmals urkundlich als perge cum basilica (Althochdeutsch/Vulgärlatein „Berg mit Kirche“) erwähnt. Prähistorische Funde legen aber nahe, dass es bereits germanische Siedlungen gab. Mit der Gemeinde Aufkirchen kam es zur Bildung der Berger Hofmark im 15. Jahrhundert, deren Besitzer die reichen Patrizierfamilien Ligsalz und Hörwarth aus München waren. Im 17. Jahrhundert begann der Einfluss der Wittelsbacher auf das Fischer- und Bauerndorf. Der Kurfürst Ferdinand Maria erwarb ein Grundstück am See, auf dem Schloss Berg errichtet wurde, das bis heute im Famlienbesitz der Wittelsbacher ist. Ludwig II. nutzte das Schloss als Sommerresidenz, was zur Folge hatte, dass beispielsweise auch die Kaiserinnen von Russland und Österreich in Berg zu Besuch waren.

Sehenswürdigkeiten

Votivkapelle
Die zu Ehren von Ludwig II. errichtete Votivkapelle liegt oberhalb der Stelle, wo die Leiche des Königs gefunden wurde. 1887 stiftete seine Mutter Königin Marie eine Totenleuchte, die später in die Treppenanlage integriert wurde. Den Grundstein der Kapelle legte der Prinzregent Luitpold am 10. Todestag des Königs im Juni 1896. Vier Jahre später konnte die im frühromanischen Stil gebaute Kirche eingeweiht werden. Entworfen hatte sie der ehemalige Architekt des Königs Hofoberbaurat Julius Hofmann. Noch heute treffen sich „Königstreue“ jährlich am Todestag des Königs zu einem Gedenkgottesdienst in der Votivkapelle.
Schloss Berg
Ludwig II. nutzte das Schloss als Sommerresidenz. Alljährlich verlegte er am 11. Mai seinen Sitz nach Schloss Berg und führte von dort aus seine Regierungsgeschäfte. Am 12. Juni 1886 wurde Ludwig II. nach seiner Entmündigung nach Schloss Berg gebracht. Von einem Spaziergang mit dem Arzt Prof. von Gudden kehrten beide nicht lebend wieder. Die Todesursachen sind bis heute nicht geklärt. Nach offizieller Version ertrank er am 13. Juni 1886 im Starnberger See unweit des Schlosses, woran bis heute eine Kapelle und ein Holzkreuz im flachen Uferwasser bei Berg erinnern. Nach dem Tod des Königs wurde das Schloss zum Museum, 1939 dann zum Denkmal erklärt, weil es seit dem Tod Ludwigs II. nicht verändert worden war und ihm eine kulturelle, wie auch historische Bedeutung beigemessen wurde. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von amerikanischen Soldaten bewohnt. Durch einen Wasserschaden, den sie verursachten, wurde das Schloss schwer beschädigt und nur sehr vereinfacht wieder aufgebaut. Aus diesem Grund existieren heute die Türme nicht mehr. Heute ist das Schloss im Familienbesitz der Wittelsbacher und dient als Sommerresidenz für den Chef des Hauses. Nur ein Teil des damaligen Parks ist öffentlich zugänglich.

Starnberger See

Das gemeindefreie Gebiet des Starnberger Sees liegt süd-westlich von München im Freistaat Bayern und ist auf Grund seiner sehr großen Durchschnittstiefe der wasserreichste See Deutschlands, wenn man vom Bodensee (der ein Drei-Länder-See ist) einmal absieht. Ursprünglich hieß der See Würmsee nach dem Fluss Würm, der bei Starnberg den einzigen Abfluss des Sees bildet. Seit 1962 heißt er offiziell Starnberger See. Der See wurde während der Eiszeiten durch den Isar-Loisach-Gletscher ausgeschoben. Während der letzten, der Würmeiszeit, reichte der Gletscher nur noch bis an das Südende des Sees, sodass er nicht wieder verfüllt wurde. Nach Ende der letzten Eiszeit formte das ablaufende Schmelzwasser das Würmtal. Auf Grund seiner Größe kühlt der See nur langsam ab und erwärmt sich ebenso langsam, daher durchmischt er sich wie der Bodensee nur einmal jährlich im Frühjahr, man bezeichnet solche Seentypen als monomiktisch. Er verfügt über keinen alpinen Zufluss, was angesichts seiner geographischen Lage erstaunlich, aber durch die Höhenlage zu erklären ist, und speist sich lediglich aus mehreren eher kleineren oberflächlichen Fließgewässern und wenigen unterirdischen Quellen Der langsame Wasseraustausch des Sees macht ihn andererseits besonders anfällig für Belastungen. Seit den 1960er Jahren werden die Abwässer der Anliegergemeinden über Ringkanäle vom See fern gehalten, so dass sich die Nährstoffbelastung und die Wasserqualität im Langzeittrend deutlich verbessert hat. Heute ist der See einer der fünf saubersten größeren Seen in Bayern, er weist eine hohe Transparenz und geringe Algenentwicklung auf.